Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Aachener Zeitung meine Leserbriefe ignoriert, deshalb veröffentliche ich sie hier: Es geht um einen einseitigen (in jeder Beziehung ;)) Bericht zu der Verhandlung von UPIII und die kleine Randnotiz in den “Aachener Nachrichten” am nächsten Tag, als sie frei gesprochen wurde und Haftentschädigung erhalten soll.

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Langsam schreit die Unausgewogenheit Ihrer Berichterstattung, speziell zum Hambacher Forst, zum Himmel. Es ist richtig, dass im vergangenen Jahr eine australische Aktivistin verhaftet wurde. Der Grund für ihre Inhaftierung wurde von Herrn Gego aber sehr frei interpretiert, deshalb zitiere ich den WDR, der seinerzeit auch berichtet hat: “Nach Auffassung der Richter hatte sie im März andere Aktivisten durch “Trommeln auf einem Lärminstrument” beim Werfen von Feuerwerkskörpern auf Polizisten angefeuert.”
Sie hat getrommelt – mehr nicht! Und dafür wurde sie zu neun Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. “Die Strafe sei schuldangemessen und solle zudem „generalpräventiven Charakter“ haben, meinte Richter Peter Königsfeld.” (Zitat aus der taz, die auch berichtete). Da hätte ich mal einen Artikel von Ihnen zu erwartet!
Sie nehmen das aber als Anlass, um wieder einmal zu spekulieren, dass sich Menschen im Hambacher Forst radikalisieren und kriminalisieren (“dass sie sich, wie so viele vor ihr, erst dort (im Hambacher Forst) radikalisierte” (Zitat Gego).
Gott sei Dank hat das Verfahren am Mittwoch einen Freispruch und Haftentschädigung erbracht. Und dazu lese ich dann heute nur eine winzige Randnotiz in Ihrer Zeitung.
Vielleicht sollten Ihre Journalisten noch einmal darüber nachdenken, welche Verantwortung sie mit dem, was sie schreiben, tragen. Ich spreche immer wieder mit Menschen, die ihr “Wissen” aus Ihrer Zeitung beziehen und die aus allen Wolken fallen, wenn ich ihnen die “andere” Seite aufzeige, die ich natürlich mit Quellen belegen kann. Es ist fatal, dass Sie alle Menschen im Hambacher Forst und ihre Sympathisanten über einen Kamm scheren und in die Abteilung “kriminell” oder wenigstens “radikal” tun. Ich kann nur jedem empfehlen, mit den Menschen im Wald ins Gespräch zu kommen und sich ein eigenes Urteil zu bilden, anstatt alles zu glauben, was in der Zeitung steht, oder aber auch mal andere Zeitungen oder Quellen zu lesen.