Es ist an der Zeit, sich mal Gedanken zu machen, was Geld bedeutet. Vorab – ja – in unserer Gesellschaft ist Geld wichtig, um angemessen leben zu können. Ich achte auch darauf, immer genug Geld zu haben, um meine laufenden Kosten zu bezahlen und mir vielleicht den ein oder anderen Theater- oder Konzertbesuch erlauben zu können, wobei mich ein schönes Konzert tatsächlich glücklich macht. Mittlerweile ist es aber so, dass in vielen Kreisen Geld und Profit als das allein glücklich machende Mittel verstanden wird. Heutzutage kann man sich – wenn man es denn hat – für Geld alles kaufen und ich meine wirklich alles, bis auf eins: Glück und Zufriedenheit und das ist eigentlich das, wonach alle streben.

Viele Menschen halten persönlichen Luxus für Glück. Sie besitzen eine teure Villa, fahren dicke Autos, behängen sich mit Juwelen und kaufen sich den neuesten Schnickschnack, der angepriesen wird. Dann glauben sie, dass sie glücklich sind und merken gar nicht, wie unglücklich sie sind, denn in Wirklichkeit sind sie gierig und werden deshalb niemals satt. Für wen sein Vermögen das höchste Gut ist, verliert den Blick für das Wesentliche und auch für das, was um ihn herum passiert. Anders kann ich mir nicht erklären, dass die Frage nach den Kosten, den Entschädigungen und dem entgangenen Profit eine so große Rolle spielt, wenn es darum geht, unseren Planeten zu retten.

Mit unserer Gier haben wir es geschafft, uns in eine Position zu bringen, dass unsere Kinder Angst um ihre Zukunft haben, dass viele Menschen auf der Südhalbkugel jetzt schon ihre Existenz verlieren und wenn es um eine Lösung geht, steht an erster Stelle wieder die Frage nach dem Geld? Was haben wir da nicht verstanden? Wie kann es sein, dass man nur an das Geld denkt, wenn jetzt schon deutlich spürbar ist, dass es kurz vor 12 ist? Es ist weltweit genug Geld für alle da, es ist nur falsch verteilt. Würde man das gesamte Kapital in einen Topf werfen, könnte man sicher jedem ein angenehmes Leben ermöglichen und gleichzeitig auch die Erde „retten“.

Ich muss sagen, dass ich froh bin, nur ein durchschnittlicher Verdiener zu sein, der gut über die Runden kommt, denn ich muss nicht an Profit denken, sondern bin in der Lage, dem Geld den Stellenwert zuzuweisen, den es m.E. innehaben sollte. Nämlich als notwendiges Übel, um in unserer Gesellschaft zu leben.

Alle sollten sich mal Gedanken machen, ob wir nicht alle über unsere Verhältnisse leben, denn das tun wir und bezeichnen das dann als Wohlstand. Mittlerweile kann ich das Wort „Wohlstand“ nicht mehr hören. In Wirklichkeit machen wir uns abhängig und merken es gar nicht. Niemand braucht wirklich einen SUV, eine vollautomatische Kaffeemaschine (die auch noch irre viel Krach macht) oder einen selbstfahrenden Staubsauger. Uns werden diese Bedürfnisse von der Industrie eingeredet und irgendwann ist man überzeugt, nicht mehr ohne leben zu können.

Ich meine damit nicht, dass wir wieder zurück ins Mittelalter sollen, ich genieße auch den „Luxus“ einer Zentralheizung, elektrischen Lichts und meines kleinen Autos, das mich täglich zur Arbeit bringt, weil es der ÖPNV nicht hin bekommt. Aber wir sollten unterscheiden, was wirklich unbedingt nötig ist, um zu (über)leben und/oder glücklich zu sein.

Ich versuche täglich viele Momente der Dankbarkeit und des Glücklichseins zu sammeln und stelle fest, dass das niemals Momente sind, in denen Geld eine Rolle gespielt hat. Nur das haben die meisten Menschen vergessen und so fahren wir unseren Planeten und alles, was darauf lebt weiter vor die Wand. Und wenn wir es nicht schaffen, bin ich dankbar für einen Gedanken: Ich habe versucht dazu beizutragen, dass es nicht so weit kommt und sollte es doch passieren, dann tröstet mich der Gedanke, dass der Mensch der einzige ist, der sich selber ausrottet. Die Natur wird uns überleben.