Bei seiner Dankesrede zur Bambiverleihung 2018 sagt Sebastian Copeland: „Die Erde schreit um Hilfe und wir hören sie nicht“.

Ich wage die Prognose, dass die Natur uns Menschen überleben und sich regenerieren kann und dass letztendlich wir diejenigen sein werden, die aussterben. Wie kann man aber allen Ernstes sehenden Auges dazu beitragen, seine Spezies auszurotten und den nachfolgenden Generationen quasi den Erdboden unter den Füßen wegziehen?

Uns wurde und wird immer wieder eingetrichtert, dass Wachstum und Konsum glückseligmachend seien und dementsprechend leben und konsumieren wir. Alleine ein Blick in die tägliche Werbung macht auf mich den Eindruck, dass man ohne intelligenten Epilierer, eine Kreuzfahrt, tiefgekühlte Pizza und ein super preiswertes Handy mit dem neuesten technischen Schnickschnack einfach nicht dazu gehört und man das unbedingt haben muss. Der Preis, den wir dazu zahlen, ist immens hoch, denn 1. geht es uns nur deswegen so gut, weil es der Mehrheit der Menschen schlecht geht und 2. betrachten wir die Erde und alles, was auf ihr lebt als Ressource.

Ein fataler Irrtum! Wachstum und Konsum machen NICHT glücklich. Sie machen die Menschen glücklich, die immer noch glauben, dass es wichtig ist, was sie haben und nicht, das, was sie sind und/oder tun. Und er macht die Menschen glücklich, die Geld und Profit als höchstes Gut definieren, dessen Maximierung das Wichtigste ist. Wer glaubt, ständig mehr und „neuer“ haben zu müssen, wird niemals satt sein und ständig das Gefühl haben, er müsse immer weiter konsumieren.

Mensch, Leute, besinnt euch doch mal auf das, was wirklich zählt! Für mich ist „Glück“ ein demütiges Gefühl der Dankbarkeit, wenn ich z.B. das Farbenspiel der Bäume im Herbst betrachte, oder wenn ich ein gutes Gespräch mit Freunden geführt habe, oder wenn ich meinen schlafenden Enkel betrachte. Ich könnte eine ewig lange Liste aufmachen, mit Dingen, die glücklich machen und nicht mit Geld bezahlbar sind.

Doch, halt! Ich möchte damit nicht sagen, dass wir wieder zurück sollen in eine Welt ohne Elektrizität oder fließendes Wasser oder Zentralheizung. Aber wir sollten demütig und dankbar damit umgehen, was uns zur Verfügung steht. Wir sollten uns überlegen, ob wir wirklich alles brauchen, was uns von der Industrie angepriesen wird und wir sollten ein deutliches „Nein“ sagen zu Dingen, die ressourcenintensiv sind und eigentlich nicht nötig (als Beispiel seien Laubbläser, Kreuzfahrtschiffe, Skihallen und SUV für die Innenstädte genannt).

Wir leben in einer Diktatur der Konzerne und haben den Blick für das Wesentliche verloren. „Haste was, biste was“. Ich gönne jedem seine Yacht, seine Villa, seinen Ferrari und sein I-Phone ABER erst, wenn sichergestellt ist, dass ALLE Menschen, Tiere und Pflanzen auf der Erde nicht darunter leiden müssen und jeder „würdig“ leben kann. Wir sind nicht die „Krone der Schöpfung“, sondern eher das Gegenteil und haben nicht wirklich viel Zeit, umzudenken.

Jeder kann einen Beitrag leisten – man muss es nur wollen und die Augen öffnen für das, was wichtig ist und den Unterschied erkennen zu dem, was Konzerne glücklich macht.

Ich schließe ebenfalls mit einem Zitat von Sebastian Copeland: “Es muss ein Umdenken stattfinden, dass die Shareholder (Aktienvertreter) nicht wichtiger sind, als die Natur.”

Es ist genug für alle da – es ist nur schlecht verteilt – doch dazu schreib ich ein andermal mehr.