Muttis Block

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt. (Gandhi)

Was wir alle tun können

Seit dem Rodungsstopp scheint mir das Hauptaugenmerk vieler Aktivitäten auf der Diffamierung des Andersdenkenden zu liegen. Seien es die Umweltschützer (zu denen ich mich auch zähle), die auf RWE losgehen, oder RWE, die ihre Mitarbeiter gegen die „Ökos“ aufwiegelt. Mit Sicherheit ist RWE in der Hauptverantwortung, diese Wogen zu glätten. Es war schließlich ein Gerichtsentscheid im Namen des Volkes, der den Konzern in seine Schranken gewiesen hat. Nun stehen sie da, mit dem Rücken zur Wand und suchen nach Schuldigen, anstatt sich ihrer Verantwortung und ihrer Versäumnisse zu stellen und drohen dem schwächsten Glied in der Kette, nämlich ihren eigenen Arbeitnehmern, mit Jobverlust und verlagern ihre umweltfreundlichen Anlagen ins Ausland.

Trotzdem dürfen wir es uns nicht so einfach machen, denn schließlich sind wir alle mit in der Pflicht wenn es um Versorgungssicherheit geht. Wir sind alle mit dafür verantwortlich, wenn der Strombedarf immer höher wird und genau da möchte ich ansetzen. Jeder einzelne sollte mal überlegen, ob es wirklich immer mehr Konsum sein muss. Nicht nur das Benutzen kostet Strom, sondern auch die Herstellung unserer Güter. Muss es unbedingt ein Laubbläser sein, oder ein noch größerer Fernseher? Solange wir immer mehr auf Wachstum und Konsum setzen, machen wir uns mitschuldig am Klimawandel, denn ohne Strom ist Wachstum und Konsum nicht möglich.

Ja, es ist schön im Wohlstand zu leben, doch man verliert auch den Blick für das Wesentliche. Wachstum beinhaltet schon den Tatbestand, dass man nie ans Ziel kommt und immer weiter wachsen muss – ein furchtbarer Gedanke, nie „satt“ zu sein. In meinen Augen driften wir alle in die falsche Richtung, wenn wir unser Hauptaugenmerk auf Wohlstand und Wachstum legen.

Damit möchte ich nicht sagen, dass wir auf unsere Zentralheizung, fließend warmes Wasser oder die Kaffeemaschine verzichten sollen. Aber jeder sollte mal überlegen, ob alles, was er täglich konsumiert, wirklich nötig ist. Wie gesagt, schon die Produktion kostet Strom und täglich werden neue künstliche Bedürfnisse geschaffen.

Wenn die großen Autos (gerade die SUV, für die ich noch nie Verständnis aufbringen konnte), Fernseher, Laubbläser, überflüssige Küchengeräte, selbstfahrende Staubsauger und Rasenmäher, immer wieder neue Handys von niemandem mehr gekauft werden, verbrauchen sie keinen Strom und ihre Produktion auch nicht. Und Mensch kommt vielleicht mal wieder an seine Wurzeln zurück und kann die wirklichen Kostbarkeiten genießen, die das bewusste Leben schenkt.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der uns alle angeht, ist der, dass wir weiter achtsam und aktiv sein müssen. Es ist JETZT an der Zeit, der Politik und den Konzernen zu zeigen, was uns wichtig ist, nämlich nicht ständiges Wachstum und Konsum, sondern ein sauberes Klima für die ganze Welt. In einigen Jahrzehnten ist es zu spät. Im Tagesschau Kommentar werden die Folgen des Klimawandels auf den Punkt gebracht: „Wenn nicht mehr Tausende, sondern Millionen von der südlichen Erdhalbkugel nach Norden kommen, um dort dauerhaft zu leben, weil es in ihrer Heimat nicht mehr möglich ist, ist es zu spät.“

Also – lasst uns weitermachen – uns organisieren und den Damen und Herren, die uns (angeblich) vertreten, zeigen, was wir wollen, nämlich weder eine Konzerndiktatur, noch Lobbyismus, sondern eine Welt, in der Empathie und Respekt vor allem, was lebt, herrschen und in der jeder gut leben kann. Das ist ein langer, schwieriger Weg, doch unsere Kinder und Enkel werden davon profitieren.

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