Für den Fall, dass die Aachener Nachrichten auch diesen Leserbrief ignorieren, möchte ich ihn hier zum Nachlesen für Interessierte anbieten:

Es geht auf den 01. Oktober zu und das bedeutet, dass RWE im Hambacher Forst beginnen möchte, zu roden. Deshalb frage ich mich nach wie vor, wie es sein kann, dass ein Artikel über den Fund von “gefährlichem Material” es wieder in Ihre Zeitung schafft, ein friedlicher Waldspaziergang mit über 550 Menschen, die gemeinsam ein Baumhaus bauen und friedlich für den Erhalt dieses wunderbaren Waldes demonstrieren und es damit sogar ins Fernsehen schaffen, überhaupt keine Erwähnung findet. Ebenso wurde die Regenbogenaktion mit über 300 Menschen im Frühjahr mit keinem Wort von Ihnen erwähnt. Ganz im Gegensatz zum Kölner Stadtanzeiger, der eine ganze farbige Seite über diese Aktion druckte und dem WDR, der in der Aktuellen Stunde ebenfalls berichtete.  Mir drängt sich da der Eindruck von absoluter Meinungsmache auf. Deshalb hoffe ich sehr, dass vielleicht dieser Leserbrief (im Gegensatz zu vielen vergangenen, die Sie geflissentlich ignoriert haben) es noch einmal in die Zeitung schafft und vielleicht den ein oder anderen zum Umdenken animieren kann. Mir geht einfach nicht in den Kopf, dass einerseits behauptet wird, die Kohle unter dem Hambacher Forst sei unbedingt nötig, um den Strombedarf der Republik sicherzustellen. Wenn dem so wäre, würde ich mir ernsthafte Sorgen machen. Hat nicht Herr Laschet vor ein paar Monaten Belgien unseren überschüssigen Braunkohlestrom angeboten, wenn dafür im Gegenzug das AKW in Tihange abgeschaltet wird?  Also kann ein komplettes AKW durch unsere überschüssige Braunkohle ersetzt werden. Außerdem stellt sich mir die Frage, warum es RWE nicht möglich ist, um den Wald herum zu baggern, schließlich können sie auch Autobahnen verlegen. In meinen Augen ist der Hambacher Forst längst ein Symbol für Macht und Profit und “das Gewinnen gegen ökologisch denkende Menschen” geworden. Alleine das Argument von RWE Sprecher, Guido Steffen, dass alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen, hat für mich den bitteren Beigeschmack: “wir dürfen, also machen wir” … Man muss nicht alles tun, was man kann und was man darf. Manchmal sollte man auch auf sein Herz und seinen Verstand hören und es einfach sein lassen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Größe. Es geht hier um einen nicht wieder gut zu machenden “Fehler”, wenn erst gerodet und dann geredet wird.