Muttis Block

Die Macht der Presse im Hambacher Forst

Die Berichterstattung in der lokalen Presse über den Hambacher Forst leistet einen großen  Beitrag zum Stimmungsbild der Bevölkerung. Es vergeht kaum eine Woche, in der man nicht mindestens einen Artikel in der Zeitung findet, in dem das Bild der “gefährlichen, gewaltbereiten Anarchisten” vermittelt wird, die im Hambacher Forst unter dem Deckmantel des Umweltschutzes gegen den Staat kämpfen. (Die abgebildeten Artikel habe ich zum Nachlesen abgetippt hier und hier als pdf verlinkt.)

 

 

 

 

 

 

Ich muss gestehen, dass ich auch bis vor einigen Monaten diesem Bild geglaubt habe … steht ja in der Zeitung … dann muss das ja auch so sein. Doch spätestens seit der Berichterstattung über die “Flüchtlingskrise” habe ich gemerkt, wie einseitig die Medien schreiben und wie sie uns – die Leser – gezielt in eine bestimmte Richtung lenken möchten. Und so habe ich eigene Recherchen angestellt. Ja, im Hambacher Forst sind sicher auch Menschen aktiv, für die der Umweltschutz und die Erhaltung des Waldes zweitrangig sind und denen es in erster Linie um die Konfrontation mit dem Staat geht. Aber vielleicht heiligt auch hier der Zweck die Mittel – wenn auf Gewalt verzichtet wird. Ohne die Menschen im Hambacher Forst gäbe es den kleinen Rest des einst 12.000 Hektar großen Waldes nämlich schon lange nicht mehr. Aber zu behaupten, dass ALLE im Wald gewaltbereit sind,  und es ihnen nur um Krawall und gegen die Obrigkeit geht, ist einfach falsch.

Ich möchte mit diesem Beitrag hauptsächlich zwei Punkte ansprechen: Wir haben Gott sei Dank Pressefreiheit (obwohl ich langsam glaube, dass bei der Berichterstattung häufig auch Geld eine Rolle spielen könnte), trotzdem sollte man nicht vorbehaltlos alles glauben, was gedruckt oder gesendet wird. Ganz schnell wird durch die Medien eine Stimmung erzeugt, die sich manifestiert und als einzige Wahrheit angenommen wird. Alles hat zwei Seiten und man sollte immer auch die andere Seite betrachten.

Und ich möchte an alle im Wald appellieren, auf jeden Fall gewaltfrei weiter zu machen. Die Stimmung in der Bevölkerung ist absolut wichtig, um Ziele zu verwirklichen und dazu trägt jeder, ob Aktivist oder Polizist, bei.

Ich bin weder radikal, noch Befürworter der Anarchie, sondern ein ganz normaler Durchschnittsbürger, der aber langsam den Glauben daran verliert, dass es der Staat schon richten wird. Wenn es niemals Widerstand gegeben hätte, würde Indien noch von England regiert und die Mauer würde auch noch stehen. Von daher bin ich FÜR Widerstand – aber gewaltfrei und für eine Berichterstattung, die beiden Seiten gerecht wird, denn nicht jeder Bürger hinterfragt das, was er in den Medien serviert bekommt.

Es geht auch freundlicher …

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